Tunnelbau: Lkw-Lawine rollt ab September

Tunnelbau: Lkw-Lawine rollt ab September

aktualisiert: 07.08.2014, 16:43 Uhr

Ediger-Eller/Cochem – Bis zu 270 Lastkraftwagen pro Tag rollen im schlimmsten Fall zwischen Januar und April durchschnittlich über die B 49 an der Mosel. Der Grund: Die Bahn beginnt mit der Erneuerung der alten Röhre des Kaiser-Wilhelm-Tunnels. Material muss angeliefert und Abraum auf Deponien entsorgt werden. Allerdings gibt es bisher keine genauen Pläne, welche Routen die Lastkraftwagen nehmen sollen. Es droht ein Verkehrschaos an der Mosel.

In Ediger-Eller ist die Baustelle eingerichtet. Von dort aus werden bald Schotter und Gestein aus dem Tunnel umgeladen und abtransportiert.  Foto: Kevin Rühle
In Ediger-Eller ist die Baustelle eingerichtet. Von dort aus werden bald Schotter und Gestein aus dem Tunnel umgeladen und abtransportiert.
Foto: Kevin Rühle
 

Von Kevin Rühle

Bereits im kommenden Monat beginnt die Bahn, Schotter und alte Gleise von Ediger-Eller aus abzutransportieren. Laut einer Schätzung der Bahn werden bereits dann – noch während der Tourismussaison – 13 Lastkraftwagen pro Stunde von Ediger-Eller aus losfahren. Im Oktober sinkt der Verkehr deutlich, doch bereits ab November sind 20 Lastkraftwagen pro Stunde möglich. In Cochem werden zuerst vier Lkws, ab Januar 2015 acht Fahrzeuge pro Stunde die gebaute Rampe in der Cochemer Endertstraße benutzen.

Nach Informationen unserer Zeitung hatte die Deutsche Bahn bisher nicht die Absicht, in die Senkung des Verkehrsaufkommens in Ediger-Eller und in Cochem zu investieren. Denn die von den Experten der Bahn geprüften Varianten, wie die Baustellen angefahren werden können, sind unterschiedlich teuer. So würde eine Verkehrsentlastung für Ediger-Eller und Cochem erreicht, wenn Teile des benötigten Betons in Kaisersesch produziert würden, anstatt von Ediger-Eller aus nach Cochem gefahren zu werden. Kosten: 2 Millionen Euro. In einem Gespräch zwischen Bahn, Feuerwehr, Landes- und Kommunalpolitikern verkündete die Bahn, dass man sich für die einfachste Variante entschieden habe, welche das höchste Verkehrsaufkommen produziert. Erst massiver Protest bewegte die Bahnmitarbeiter dazu, am Abend während der Informationsveranstaltung in Ediger-Eller zu versprechen, noch mal die einzelnen Varianten zu überdenken.

Beim Bau der neuen Röhre des Kaiser-Wilhelm-Tunnels wurden die 390 000 Kubikmeter Gestein, die der Tunnelbohrer aus dem Berg fräste, per Schiene abtranportiert. Der jetzt anfallende Abraum ist mit 45 000 Kubikmetern vergleichsweise gering. Jedoch hat die Bahn, um den Baustellenplatz in Ediger-Eller mit Lkws anfahren zu können, ein Nebengleis entfernt, auf dem bisher die Züge beladen werden konnten. Laut Bahn besteht keine Möglichkeit, das Gleis an anderer Stelle zu ersetzen. Geprüft wird nun nur, ob nachts die normalen Gleise genutzt werden können.