Wettkampf: Firefighter aus Kaifenheim in Abu Dhabi

Kaifenheim/Abu Dhabi

Wettkampf: Firefighter aus Kaifenheim in Abu Dhabi

aktualisiert: 29.03.2016, 17:08 Uhr

Bei 40 Grad Außentemperatur sind die Männer von der Freiwilligen Feuerwehr Kaifenheim selten im Einsatz. Das war bei der Weltmeisterschaft der Feuerwehrleute in Abu Dhabi anders. Als eines von fünf deutschen Teams gingen sechs Männer aus der Eifel dort an den Start.

 
Von unserem Mitarbeiter Christoph Bröder

Jan Offenberg, Alexander Naß, Michael Ackermann, Peter Gilles, Frank Martini und Sascha Irmiter sind das Firefighter Combat Challenge Team Eifel. Allesamt sind Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Kaifenheim, außer Peter Gilles, der gehört der Wehr in Brohl an. "Bei einem Wettkampf in Straßburg 2015 machte uns ein Team aus Köln auf die Challenge in den Vereinigten Arabischen Emiraten aufmerksam", erzählt Jan Offenberg. Damit waren die Männer, die seit 2014 an circa zehn Feuerwehrwettkämpfen teilgenommen haben, nicht mehr zu bremsen. Die Disziplinen sind den Einsatzbedingungen nachempfunden. Und die sind hart. Eine gute Vorbereitung ist daher Pflicht. "Wir haben fünf Mal die Woche trainiert, waren im Fitnessstudio, laufen oder haben in einer Halle die Wettkampfdisziplinen nachgestellt und geübt", erklärt Offenberg. Gemeinsam mit der Flughafenfeuerwehr der Airbase Spangdahlem haben sie trainiert. Jan Offenberg studiert derzeit in Münster, am gemeinsamen Training mit seinen Kameraden konnte er daher nicht immer teilnehmen. Um dennoch fit zu bleiben, trainierte er bei der Berufsfeuerwehr in Münster.

Teams aus 20 Nationen gingen in Abu Dhabi an den Start, darunter Kanadier, Portugiesen und Slowenen. "Die Atmosphäre bei solchen Wettkämpfen ist immer sehr familiär", sagt der 20-jährige. Über die Teamgrenzen hinaus unterstützen sich die Teilnehmer gegenseitig anstatt gegeneinander zu arbeiten, eben wie im Einsatz. Kollegialer Austausch überwiegt das Konkurrenzdenken, schließlich haben Feuerwehrleute weltweit die gleiche Mission. Wie anstrengend diese sein kann, das verdeutlichen die verschiedenen Wettkampfdisziplinen: Der Parcours beginnt mit einem Turmlauf, hinauf auf zwölf Meter Höhe. Das entspricht in etwa vier Etagen eines Hauses. Der Feuerwehrmann trägt dabei 20 Kilogramm Ausrüstung am Körper sowie ein Schlauchpaket mit dem gleichen Gewicht. Auf dem Turm angekommen, gilt es ein weiteres Schlauchpaket an einem Seil hinaufzuziehen. Im Anschluss läuft der Teilnehmer den Turm wieder herunter und schlägt unten ein 75 Kilogramm schweres Gewicht mit einem Vorschlaghammer weg. Darauf folgt ein Slalomlauf, ein mit Wasser gefüllter Schlauch muss 25 Meter weit gezogen, zum Abschluss muss eine 80 Kilogramm schwere Puppe 30 Meter ins Ziel gezogen werden. Und möglichst unter zwei Minuten. Der Weltrekord liegt bei 1,15 Minuten, Offenberg schaffte 1,47 Minuten. "Circa 300 Liter Atemluft verbraucht ein Teilnehmer beim Parcours. Zum Vergleich: Circa 120 Liter Luft benötigt ein Mensch bei schwerer Arbeit", erklärt er. 

Für den Sieg hat es in Abu Dhabi nicht gereicht, in der Staffelkategorie sind die Kaifenheimer im Kampf um das Viertelfinale gegen ein polnisches Team ausgeschieden. Die nächsten Wettkämpfe sind bereits in Planung. Am 26. Mai geht es für die Kaifenheimer nach Rodgau, am 2./3. Juli steht die dritte Mosel Firefighter Challenge in Ediger-Eller bevor. Für 2017 haben die Männer erneut Großes vor: Die Firefighter Combat Challenge in Montgomery in Alabama/USA.

Weitere Infos: www.facebook.com/fccteameifel