Heiße Kämpfe: Feuerwehren messen sich

Ediger-Eller

Heiße Kämpfe: Feuerwehren messen sich

aktualisiert: 05.07.2015, 18:52 Uhr

Tropische Hitze macht den Feuerwehrleuten zu schaffen, die sich am vergangenen Wochenende den Herausforderungen der zweiten "Firefighter Combat Challenge" auf dem Festplatz im Ortsteil Eller stellen.

Von unserer Mitarbeiterin Ulrike Platten-Wirtz

190 Männer und Frauen aus Deutschland, Frankreich, Slowenien, Polen, Österreich, der Schweiz und den USA, die einer Freiwilligen Feuerwehr angehören oder Berufsfeuerwehrleute sind, sind angetreten. Darunter sind auch Teilnehmer aus dem Landkreis Cochem-Zell: Die Feuerwehren aus Bremm, Ediger-Eller, Kaifenheim und Kaisersesch schicken rund 25 Kandidaten ins Rennen.

Die Aufgaben verlangen einiges von den Teilnehmern ab: In voller Atemschutzmontur inklusive Atemschutzmaske müssen sie im Wettkampf fünf Stationen ohne Pause hintereinander erfolgreich meistern. Zuerst gilt es einen 12,5 Meter hohen Turm zu besteigen. Mit einem 20 Kilogramm schweren Schlauchpaket ist das bei Außentemperaturen nahe der 40 Grad Marke gar nicht so einfach.

Oben angekommen gilt es, ein weiteres 20-Kilo-Paket hochzuziehen. Dann heißt es runter vom Turm, mit einem vier Kilo schweren Hammer ein Gewicht von mehr als 70 Kilo 1,50 Meter zurückzuschlagen, über einen 35 Meter Slalomparcours zum Zielpunkt, allerdings nicht um sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen, sondern sich dort mit einem gefüllten Wasserschlauch wieder zurück zum Startpunkt zu machen und mit dem Wasserstrahl ein Ziel abzuschießen. Anschließend wird ein 80 Kilo schwerer Dummy über die gesamte Länge des Parcours bis ins Ziel gezogen. Was sich für normal Sportliche schon sehr herausfordernd anhört, ist unter Zeitdruck – das Zeitlimit liegt bei unter zwei Minuten – und tropischen Temperaturen kaum zu schaffen.

Für die teilnehmenden Frauen gelten im Übrigen dieselben Regeln wie für die Männer. Es ist also nicht verwunderlich, dass da mache zierliche Person, trotz körperlicher Fitness, schon vor dem Ziel aufgeben muss. "Die Voraussetzung für die Teilnahme am Wettkampf ist, das man in der Feuerwehr ist und eine G 26-Bescheinigung für Atemschutzträger hat", erklärt Damiela Follmann, die mit ihrem Mann Christian sowie Gerd Müller von der Feuerwehr Spangdahlem den Wettkampf organisiert hat. Schon zum zweiten Mal findet die Herausforderung für Feuerwehrleute in Ediger-Eller statt. "Mein Bruder hat das in Amerika gesehen und hat mich dazu überredet, bei der Organisation mitzumachen", gesteht Daniela Follmann. Im vergangenen Jahr war Follmanns Bruder auch noch mit von der Partie. Inzwischen lebt er allerdings in den USA.

Also liegt die Last der Organisation allein auf den Schultern des dreiköpfigen Teams. "Seit März sind wir intensiv mit den Vorbereitungen beschäftigt, so Follmann weiter. Eineinhalb Wochen dauert alleine der Aufbau des Parcours auf dem Ellerer Festplatz. Drei Tage lang haben die Teilnehmer hier alles gegeben. Mal als Staffel, also in Kleingruppen bis zu fünf Personen, mal im Einzel oder zu zweit im Tandemwettkampf. "Die Hitze trägt schon dazu bei, dass die Zeiten bei den meisten Teilnehmern etwas schlechter sind", sagt Christian Follmann. Immer wieder muss der glühende Asphalt des Ellerer Festplatzes mit Wasser gekühlt werden damit es einigermaßen auszuhalten ist.

Am Rande der Kampfarena herrscht Volksfeststimmung. Es gibt Buden und Stände mit Essen und Getränken. Im Schatten unter Pavillons erholen sich auf Campingstühlen und Feldbetten die Teilnehmer, die schon mitgemacht haben oder die Herausforderung noch vor sich haben. An der Absperrung stehen die Zuschauer und feuern schweißgebadet die Kandidaten an. Die Moderation hat Petra Brück übernommen. Übers Mikrofon ruft sie die Teilnehmer auf und sorgt auch dafür, dass die Kandidaten ordentlich angefeuert werden.

Wer die "Challenge" gemeistert hat, sieht zu, dass er erst mal aus den warmen Klamotten rauskommt. Zahlreiche Helfer sorgen mit kühlen Getränken für die nötige Wasserzufuhr. DRK und Notarzt sind vor Ort, um sofort eingreifen zu können. Ausfälle durch Überhitzung oder Erschöpfung gibt es zum Glück keine. Einige Teilnehmer hören von selbst auf, als sie merken, dass es nicht mehr geht.

Die Bestzeit der Frauen liegt am späten Nachmittag bei 3,5507 Minuten. Bei den Männern liegt bis dahin Mirko aus Berlin mit 1,5626 Minuten vorn. Aber bis zum Ende des Wettkampfs ist natürlich noch alles offen.